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Die Aktivrente

Wie die Aktivrente funktioniert

Wer das reguläre Rentenalter erreicht hat und weiterarbeiten möchte, kann bis zu 2.000 Euro brutto pro Monat steuerfrei beziehen. Die Steuerfreiheit betrifft ausschließlich die Lohnsteuer. Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge fallen weiterhin an. Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge trägt wie üblich der Arbeitgeber. Die Aktivrente ist kein Anspruch auf Weiterbeschäftigung. Wenn ein Arbeitsvertrag eine Altersgrenze enthält, endet das Arbeitsverhältnis automatisch, sodass ein neuer Vertrag nötig wird.

 

Ziele der Reform

Mit der Aktivrente will die Regierung mehr ältere Arbeitnehmer im Arbeitsmarkt halten und damit dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Unternehmen profitieren von erfahrenen Mitarbeitern, während Rentner finanziell zusätzlich entlastet werden. Zudem erhöhen weiterarbeitende Rentner die Einnahmen der Sozialversicherungen.

 

Wer Anspruch hat – und wer nicht

Nutzungsberechtigt sind Beschäftigte, die sozialversicherungspflichtig arbeiten und die gesetzliche Regelaltersgrenze überschritten haben. Das gilt unabhängig davon, ob bereits eine Rente gezahlt wird oder der Beginn hinausgeschoben wurde.

Nicht erfasst sind:

  • Selbstständige
  • Geschäftsführer, die freiwillig versichert sind 
  • Beamte
  • Minijobber
  • Land- und Forstwirte

Mehrere Verbände fordern bereits eine Ausweitung der Aktivrente auch für Selbstständige.

 

Steuerliche Behandlung

Die Aktivrente ermöglicht einen steuerfreien Hinzuverdienst von maximal 2.000 Euro pro Monat bzw. 24.000 Euro im Jahr. Wird dieser Betrag überschritten, ist der übersteigende Teil normal zu versteuern. Der steuerfreie Anteil unterliegt nicht dem Progressionsvorbehalt. Sozialversicherungsbeiträge bleiben jedoch bestehen.

 

Sozialabgaben im Überblick

Für Arbeitnehmer fallen auf 2.000 Euro etwa 200 Euro Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an, sodass netto rund 1.800 Euro verbleiben. Arbeitgeber zahlen zusätzlich rund 412 Euro für Renten- und Arbeitslosenversicherung. Wichtig: Bezieher einer Vollrente profitieren von einem geringeren Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung, erhalten dafür aber kein Krankengeld.

 

Gab es vorher schon Regelungen für Weiterarbeit im Alter?

Auch vor Einführung der Aktivrente konnten Arbeitnehmer nach Erreichen der Altersgrenze weiterarbeiten und damit ihren Rentenanspruch erhöhen. Wer den Rentenbeginn hinausschob, erhielt pro Monat 0,5 % Zuschlag plus zusätzliche Rentenpunkte durch die laufenden Beiträge. Wer bereits Rente bezog und weiterarbeitete, konnte durch freiwillige Zahlungen an die Rentenversicherung die Rente ebenfalls steigern.

 

Vorteile und Nachteile der Aktivrente

Vorteile

  • Steuerfreier Hinzuverdienst bis 2.000 Euro monatlich
  • Mehr Netto für Mitarbeiter über der Regelaltersgrenze
  • Bessere Chancen, erfahrene Fachkräfte im Betrieb zu halten
  • Zusätzliche Einnahmen für die Sozialversicherungssysteme

Nachteile

  • Kein Zugang für Selbstständige und einige andere Gruppen
  • Gefahr von Mitnahmeeffekten, wenn hauptsächlich Personen profitieren, die ohnehin weitergearbeitet hätten
  • Zusätzlicher Verwaltungsaufwand für Arbeitgeber
  • Trotz Steuerfreiheit weiterhin volle Sozialversicherungspflicht

Was Arbeitgeber beachten müssen

  • Die Aktivrente ist steuerfrei, aber sozialversicherungspflichtig und muss in der Lohnbuchhaltung als eigene Lohnart geführt werden
  • Arbeitsverträge mit Altersgrenzen sollten geprüft werden.
  • Mitarbeiter, die von der Regelung profitieren könnten, sollten über Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten und flexible Arbeitszeitmodelle informiert werden.