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Umsatz vs Gewinn

Gewinn vs. Umsatz: Der wichtigste Unterschied für Unternehmer

Viele Gründer und Unternehmer schauen zunächst auf den Umsatz ihres Unternehmens. Ein hoher Umsatz klingt zunächst nach Erfolg. Entscheidend für die wirtschaftliche Situation eines Unternehmens ist jedoch nicht der Umsatz, sondern der Gewinn.

Wer den Unterschied versteht, kann seine Zahlen besser interpretieren und wirtschaftlich fundierte Entscheidungen treffen.

 

Was ist Umsatz?

Der Umsatz bezeichnet alle Einnahmen, die ein Unternehmen durch den Verkauf von Waren oder Dienstleistungen erzielt.

Er wird auch als Erlös oder Betriebseinnahme bezeichnet.

Beispiele für Umsatz:

  • ein Restaurant verkauft Essen und Getränke
  • ein Handwerker stellt eine Rechnung für seine Arbeit
  • ein Online-Shop verkauft Produkte

Wenn ein Unternehmen beispielsweise Waren oder Leistungen im Wert von 100.000 € verkauft, beträgt der Umsatz 100.000 €.

Der Umsatz sagt jedoch noch nichts darüber aus, wie viel Geld dem Unternehmen tatsächlich bleibt.

 

Was sind betriebliche Ausgaben?

Betriebliche Ausgaben sind alle Kosten, die entstehen, um das Unternehmen zu betreiben.

Typische Beispiele sind:

  • Wareneinkauf
  • Personalkosten
  • Miete für Geschäftsräume
  • Leasingkosten für Fahrzeuge oder Maschinen
  • Versicherungen
  • Marketingkosten
  • Software und IT-Kosten
  • Büromaterial
  • Telefon und Internet

Diese Kosten werden auch Betriebsausgaben genannt. Sie reduzieren den Gewinn und damit auch die steuerliche Belastung.

 

Was ist Gewinn?

Der Gewinn ist der Betrag, der übrig bleibt, nachdem alle betrieblichen Kosten vom Umsatz abgezogen wurden.

Die einfache Formel lautet:

Umsatz – betriebliche Ausgaben = Gewinn

Beispiel:

Umsatz: 100.000 €

Betriebliche Ausgaben: 70.000 €

Gewinn: 30.000 €

Der Gewinn zeigt also, wie erfolgreich ein Unternehmen wirtschaftlich arbeitet.

 

Welche Steuern werden auf den Gewinn gezahlt?

Auch bei der Besteuerung von Unternehmen spielt der Gewinn eine zentrale Rolle. Viele Unternehmer glauben zunächst, dass Steuern auf den Umsatz gezahlt werden müssen. Tatsächlich werden die meisten Unternehmenssteuern jedoch auf den Gewinn erhoben. Einzelunternehmer und Personengesellschaften zahlen auf ihren Gewinn Einkommensteuer. Bei Kapitalgesellschaften wie einer GmbH oder einer Unternehmergesellschaft fällt auf den Gewinn Körperschaftsteuer an. Zusätzlich müssen gewerbliche Unternehmen in der Regel Gewerbesteuer zahlen, deren Höhe hängt von der Gemeinde ab und liegt häufig zwischen etwa 14 % und 17 % des Gewinns.

 

Kleiner Exkurs:

Die Umsatzsteuer wird oft mit Gewinnsteuern verwechselt.

Wichtig ist: Die Umsatzsteuer wird nicht auf den Gewinn, sondern auf den Verkaufspreis erhoben und an das Finanzamt abgeführt. Unternehmen vereinnahmen diese Steuer nur für den Staat.

Die Umsatzsteuer wird dagegen häufig missverstanden. Sie wird zwar auf Rechnungen ausgewiesen und vom Unternehmen eingenommen, stellt aber keine Steuer auf den Gewinn dar. Unternehmen vereinnahmen diese Steuer lediglich im Auftrag des Staates und führen sie anschließend an das Finanzamt ab. Für das Unternehmen selbst ist die Umsatzsteuer daher wirtschaftlich gesehen nur ein durchlaufender Posten.

 

In welchen Auswertungen sieht man den Gewinn?

Für Unternehmer ist es daher besonders wichtig, regelmäßig zu überprüfen, wie sich Umsatz und Kosten entwickeln. Der tatsächliche Gewinn lässt sich in verschiedenen betriebswirtschaftlichen Auswertungen erkennen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Gewinn- und Verlustrechnung, in der alle Umsätze und Kosten eines bestimmten Zeitraums gegenübergestellt werden. Viele Unternehmer erhalten zusätzlich monatlich eine betriebswirtschaftliche Auswertung von ihrem Steuerberater. Diese sogenannte BWA gibt einen Überblick über die aktuelle wirtschaftliche Situation des Unternehmens und zeigt, wie sich Umsätze, Kosten und Gewinn im laufenden Geschäftsjahr entwickeln. Der endgültige Gewinn eines Geschäftsjahres wird schließlich im Jahresabschluss festgestellt, der in der Regel aus einer Bilanz und einer Gewinn- und Verlustrechnung besteht.

Der Gewinn lässt sich in verschiedenen betriebswirtschaftlichen Auswertungen erkennen.

 

Warum der Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn so wichtig ist: 

Der Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn ist deshalb so wichtig, weil er die tatsächliche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Unternehmens widerspiegelt. Ein hoher Umsatz bedeutet nicht automatisch wirtschaftlichen Erfolg. Erst wenn nach Abzug aller Kosten ein ausreichender Gewinn verbleibt, arbeitet ein Unternehmen nachhaltig profitabel. Für Unternehmer ist es daher entscheidend, nicht nur auf die Höhe des Umsatzes zu achten, sondern vor allem die Kostenstruktur und den daraus resultierenden Gewinn im Blick zu behalten. 

Das kann zum Beispiel passieren, wenn:

  • Einkaufskosten sehr hoch sind
  • Personalaufwand stark steigt
  • Fixkosten wie Miete oder Energie hoch sind

Deshalb ist es für Unternehmer entscheidend, nicht nur auf den Umsatz zu schauen, sondern vor allem auf den Gewinn und die Kostenstruktur.

Für Unternehmer ist daher besonders wichtig:

  • Betriebsausgaben im Blick zu behalten
  • regelmäßig betriebswirtschaftliche Auswertungen zu prüfen
  • den Unterschied zwischen Umsatz, Kosten und Gewinn zu verstehen